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Wöchentlich rund 160 Feeder- und Shortsea-Verbindungen machen Hamburg zum Top Trans- shipment-Hub in Europa. HANDEL

smartPort in Hamburg

Mit diversen digitalen Projekten und Prototypen sorgt der Hamburger smartPort weltweit für Aufsehen – und Erfahrungsaustausch.

Mit dem smartPort gehört Hamburg weltweit zur Spitzenliga.

Den Hamburger Hafen als Vorreiter in der Nutzung digitaler Informationstechnologien aufzustellen, hat sich die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) bereits seit einigen Jahren auf ihre Fahnen geschrieben. Eine Reihe von Projekten des sogenannten smartPort-Konzeptes hat dann auch bereits internationale Aufmerksamkeit erlangt. So konnte der Chief Digital Officer (CDO) der HPA, Dr. Sebastian Saxe, bereits auf der 2015 in Hamburg stattgefunden internationalen Hafenkonferenz unter dem Motto „smartPORT Hamburg“ 20 digitale Prototypen vorstellen, die in der Hafenlogistik unterstützende Funktionen zum Themenkomplex Smart Port Logistics aufzeigen.

Durch modernste Vernetzung und Digitalisierung hat sich der Hamburger Hafen seitdem zu einem smartPort entwickelt, welcher weltweit Anerkennung findet und als Teil eines internationalen Netzwerks am Austausch innovativer Ideen partizipiert. Ein Mammutprojekt, welches kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut wird. Vieles ist noch in der Entwicklung und Erprobung, einige Projekte werden bereits in andere Stadtentwicklungsbereiche übertragen, wie beispielsweise die Baustellenkoordination. In Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten sowie Partnern aus der Wirtschaft konzentrierte man sich zunächst auf die beiden Kernthemen Logistik und Energie.

Um die wachsenden Verkehrs- und Warenströme im Hafen künftig noch effizienter zu koordinieren und zu vernetzen, hat die HPA das Konzept smartPORT logistics ins Leben gerufen. Denn als Binnenhafen steht der Hamburger Hafen vor der Herausforderung, steigende Containerumschläge auf begrenzter, beziehungsweise nicht erweiterbarer, Fläche umzusetzen. Gemeinsam mit SAP und T-Systems wurde das cloudbasierte Informations- und Kommunikationssystem SPL entwickelt, welches allen an der Transportkette Beteiligten offen steht. Auf diese Weise können sich Unternehmen, Partner und Kunden des Hamburger Hafens miteinander vernetzen und ihre Prozesse in Echtzeit aufeinander abstimmen.

In Echtzeit wird auch das aktuelle Verkehrsgeschehen in der Nautischen Zentrale am Seemannshöft auf einer Großbildanzeige dargestellt. Hierfür wurde das gesamte Hafenkartenmaterial digitalisiert. Die Informationen über aktuelle Schiffspositionen, Baustellen, Pegelstand oder auch den Status von Hubbrücken sind jedoch nicht nur an der Bildschirmwand abrufbar, sondern auch auf den Monitoren und mobilen Endgeräte der Mitarbeiter, die das Verkehrsgeschehen in einer der modernsten Verkehrszentralen der Welt lenken und leiten. Dieser Port Monitor ist quasi das digitale Herz des smartPorts.

Auch ein neuer digitaler Peiltisch revolutioniert die Arbeit der Verkehrszentrale. Per Touchscreen können die Hamburger Nautiker schnell und intuitiv Karten und Daten wie beispielsweise Wassertiefen zu verschiedenen Tidezeiten im gesamten Hafen darstellen und auswerten. Zudem können sie bestimmte Hafenbereiche betrachten und die Umrisse von Schiffen in die Karten einfügen und bewegen. Dieser Multitouch-Tisch als Simulationstool für den Groß-Schiffsverkehr unterstreicht die Bedeutung von Augmented Reality für eine smarte Logistik.

Um die Nutzung von moderner Energie- und Umwelttechnik im Hamburger Hafen zu forcieren, wurde bereits 2013 die Initiative smartPort Energy gegründet. Seitdem wurden zahlreiche Projekte zum Ausbau Erneuerbarer Energien, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte umgesetzt. So wurden beispielsweise vier neue Windkraftanlagen im industriell genutzten Hafenraum errichtet und diverse Maßnahmen zur Energieeffizienz in Hafen- und Industriebetrieben umgesetzt. Am Kreuzfahrt-Terminal in Altona wurde eine innovative Landstromanlage gebaut. Derzeit wird darüber nachgedacht, ähnliche Modelle künftig auch in anderen Hafenabschnitten einzusetzen. Eine hochmoderne „Power-Barge“ versorgt Kreuzfahrtschiffe mit emissionsarm erzeugtem Strom auf Basis von Flüssiggas. Außerdem werden für Fahrten innerhalb des Hafens zunehmend häufiger Elektrofahrzeuge eingesetzt.

Und natürlich wird smartPort ständig weiterentwickelt und angepasst. Nächster großer Baustein wird der Kreuzfahrtbereich sein. Außerdem wird derzeit untersucht, wie Virtual und Augmented Reality in die Prozessabläufe im Hafen einbezogen und genutzt werden kann. Mögliche Anwendungsszenarien wären beispielsweise Planungsaufgaben im Hafen mit Virtual Reality zu unterstützen.

Das Projekt Port Traffic Center intendiert den Verkehr im Hafen von einer einzigen Stelle aus zu kontrollieren, statt wie momentan vier. Denn würden die Verkehrswege im Gesamtkontext betrachtet und Synergien genutzt, könnte der Durchsatz der Waren durch den Hamburger Hafen signifikant beschleunigt werden.

Wie der offiziellen HPA-Webseite zu entnehmen ist, werden zudem „Ansätze geprüft, um die e-Mobilität im Personen- und Lastverkehr auf dem Hafengebiet auszudehnen.“ An den Kreuzfahrtterminals sei zudem der Einsatz bevorrechtigter e-Taxis geplant. Zudem spielt man mit dem Gedanken, die Wirtschaftlichkeit von e-Mobilität für Angestellte zu analysieren.

Fakten

Der Hamburger Hafen in Zahlen

Drittgrößter Seehafen Europas

7.200 Hektar Gesamtfläche

8,9 Millionen Standardcontainer

320 Schiffsliegeplätze

304 Schienenkilometer

130 Brücken

4 Container-Terminals und 50 weiteren Umschlaganlagen

4 Großparkplätze für Lkw

Über 40 Kilometer Kaimauern

Täglich 40.000 Lkw-Fahrten

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Journalist

Kirsten Schwieger

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