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Dr. Martin Ammon vom Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research. LEBENSMITTEL UND AGRAR

Photovoltaikbranche am wachsen

Nach Jahren der Stagnation geht es für die Photovoltaikbranche wieder aufwärts. In diesem Jahr wachsen die Flächen mit Zellen zur Stromgewinnung um insgesamt 1,4 GW.

„Speicher sind ein unverzichtbares Element der Energiewende“

Das Jahr 2017 soll für die Photovoltaik Branche zu einem guten Jahr werden. Der Markt setzt in Zukunft auf kleine, private Speicherlösungen. Nicht mehr die Einspeisung ins Netz steht im Vordergrund, sondern der Verbrauch des selbst produzierten Stroms. „Die Handwerksbetriebe verzeichnen wieder mehr Aufträge, die positiven Signale im Markt sind da und die Akteure, große wie kleine, werden davon profitieren“, sagt Dr. Martin Ammon vom Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research.

EuPD Research beschäftigt sich mit Studien zum Thema Nachhaltigkeit, bietet Strategien und Lösungen. Es geht um den weltweiten Handel, bei dem sich Nachhaltigkeit und die Erfolge im Geschäft positiv ergänzen. Seit dem Jahr 2013 wird es erstmals wieder einen Zuwachs an Neuinstallationen bei den Photovoltaikanlagen in Deutschland geben. EuPD Research erwartet im Jahr 2017 einen Zuwachs auf 1,4 GW neu installierte Anlagen.

„Die Strompreise werden vermutlich weiter steigen, die Entgelte für die neuen Netze, die jetzt gebaut werden, muss der Kunde zahlen. Besonders, wenn die Kabel unter der Erde verlegt werden müssen, steigen die Kosten deutlich,“ so Dr. Martin Ammon. Da lohnt es sich für viele Privatkunden zu prüfen, ob sie sich nicht ein wenig unabhängig machen können. Immer mehr Unternehmen bieten Speicherlösungen für das eigene Haus an. Bis zu 70 % der Stromkosten können mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem Stromspeicher im Keller eingespart werden. „Das Segment der privaten Aufdachanlagen im deutschen Markt wächst 2017, wir erwarten für die Neuinstallationen unter 10kWp ein Marktvolumen von knapp 300 MWp. Das entspricht dann einem Marktanteil von knapp 20 Prozent in diesem Jahr“, prognostiziert Dr. Martin Ammon von EuPD Research.

Auch für kleine Unternehmen und größere Anlagen von Mehrfamilienhäusern könnten sich die Speicherlösungen lohnen. Doch hier hat der Gesetzgeber wieder viele Hürden eingebaut. „Die Speicher gelten nach dem Gesetz als Erzeuger und Verbraucher von Strom, dann werden Gebühren und Abgaben fällig. Dadurch sind viele Lösungen wirtschaftlich nicht tragbar. Das ist in den Gesetzen noch nicht so definiert, wie es sein sollte“, beklagt der Experte, Dr. Martin Ammon. 

Der Bund fördert den Aufbau der Speichertechnik mit 30 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre. Im letzten Jahr wurden 25.000 Anlagen aufgebaut, ein noch kleiner Markt. „Der Bund steckt Milliarden in den Aufbau der Elektromobilität ohne große Wirkung, aber da ist eben ein anderer politischer Druck durch die Automobilkonzerne dahinter. Speicher sind ein unverzichtbares Element der Energiewende, sie sollten durch die Politik viel höher gewichtet werden,“ sagt Dr. Martin Ammon. Andere Länder, wie die USA und China, machen es Deutschland vor. „Hier wird geforscht, dort wird gemacht und aufgebaut, das sind die Unterschiede,“ meint Dr. Martin Ammon von EuPD Research.

„Der verbindliche gesetzliche Rahmen ist noch nicht so gegeben, dass Speicher auch im größeren Rahmen genutzt werden können. Das ist eine Problematik, die das Ganze erschwert. Die Speicher werden immer besser, sind smart zu steuern und zu nutzen. Die Technologie wird sich verbessern. Das muss in die EU getragen werden. Dann kommen wir einen großen Schritt vorwärts“, so der Experte.

2017 ist ein Wahljahr in Deutschland, da könnte das Thema Speicher, Strompreis und ähnliches ein großes Thema werden. Es muss nur noch von den Parteien entdeckt werden.

Fakten

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Photovoltaik und Windstrom sind die beiden größten Säulen der vom Bundestag beschlossenen Energiewende. Beide sind nachhaltig, regenerieren sich selbst. Doch nach vielen Jahren des Wachstums wird jetzt der Ausbau neuer Anlagen durch Gesetze geregelt. 

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Journalist

Jörg Wernien

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