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Pepper – die Revolution aus Wuppertal

Er ist ein humanoider Roboter, der bereits bei Unternehmen eingesetzt wird. In fünf bis zehn Jahren sollen Roboter wie Pepper auch in Privathaushalten einziehen.

In fünf bis zehn Jahren werden humanoide Roboter wie Pepper zu unserem Alltag gehören.

Er ist nur 1,20 m groß, sieht mit seinen großen Augen irgendwie knuffig aus und bedeutet doch eine Revolution: „Mit Pepper überschreiten wir eine Schwelle historischen Ausmaßes“, sagt Jörg Heynkes, Digital-Aktivist und Zukunftsvisionär aus Wuppertal. Große Worte für den kleinen Kerl, doch man darf Heynkes nicht unterstellen, dass er maßlos übertreiben würde. Denn wenn wahr wird, was er vorhersagt, dann wird schon in naher Zukunft „der Traum, dass ein Roboter uns Menschen viele lästige Arbeiten abnimmt, Realität“. 

Doch noch ist es nicht ganz so weit. Pepper wurde vor etwa zwei Jahren in den europäischen Markt eingeführt und hat seitdem rasante Fortschritte gemacht. Bereits jetzt kann er sehr gut auf sein menschliches Gegenüber eingehen: Er erkennt anhand des Gesichts, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, er schaut dem Menschen direkt in die Augen und er kann mit seinen Armen gestikulieren. Pepper ist der erste humanoide Roboter, der Gefühle des Menschen erkennen und darauf reagieren kann. Aber vor allem kann er zahlreiche Informationen an den Menschen weitergeben, und zwar per Sprache oder über sein Display. Inzwischen nutzen ihn mehr als 30 Unternehmen deutschlandweit als Begrüßungsroboter, der für die Besucher einen ersten Ansprechpartner und  Wegweiser darstellt. 

Auch im Rathaus von Wuppertal soll Pepper vermutlich ab Anfang 2019 dem Besucher schon im  Eingangsbereich Fragen beantworten: Wohin muss ich, um zu meinem Termin zu kommen? Welches Formular brauche ich und wie fülle ich es aus? Wuppertals Bürgermeister Andreas Mucke ist begeistert von seinem zukünftigen Kollegen und hat Pepper im vergangenen September offiziell „eingebürgert“. „Die Einbürgerung ist ein Symbol für gelebte Digitalisierung und zeigt die bereits greifbare Zukunft“, betont er. Der digitale Wandel sei ein Gemeinschaftsprojekt von allen Akteuren der Gesellschaft „und wir müssen uns zusammen aktiv mit Themen wie KI, Robotik und der Entwicklung der Smart-Cities auseinandersetzen.“ Wuppertal gehört zu einer der fünf von der nordrhein-westfälischen Landesregierung ausgewählten Modellregionen, in denen die Digitalisierung im öffentlichen Bereich gezielt gefördert wird.

„Durch sein geradezu menschenähnliches Auftreten wirkt Pepper auf uns natürlich ganz anders als eine kalte Maschine“, findet Jörg Heynkes. Auch wenn sich viele seiner Funktionalitäten auch auf einem Smartphone finden lassen, ist die Beziehung zu Pepper eine ganz andere. Entwickler tüfteln  Pepper an Apps, über die er bei seinen Aufgaben gesteuert wird. In Zukunft werden Roboter immer mehr ganz alltägliche Dinge für uns Menschen erledigen: Putzen, Bügeln, den Garten pflegen oder für uns den Butler spielen. Und das, so sagt Jörg Heynkes, ist kein Science Fiction: „In fünf bis zehn Jahren werden humanoide Roboter wie Pepper zu unserem Alltag gehören“. Mit einer Investition ab etwa 20 000 Euro in den Kleinen können Unternehmen schon heute ihre Digitalisierungsstrategie unterstützen. 

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Journalist

Armin Fuhrer

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