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Mit Heißluft oder Dampf wird die bedruckte Folie dazu gebracht, zu schrumpfen und sich ganz fest um das Produkt, zum Beispiel um die elastische Flasche mit dem Ketchup, zu schließen. Die Folie wird quasi mit der Flasche eins. LEBENSMITTEL UND AGRAR

Nicht ohne Infos auf der Verpackung

Ist Verpackung nicht bedruckt, weiß kein Kunde, was er kauft. Ein Überblick über die Kunst, dem Käufer am Point of Sale Wissen und Reize zu vermitteln.

Verpacken ist Kunst und Handwerk, es bestimmt Image und Preis des Produkts.

Eine Verpackung, auf der nicht steht, was drin ist? Wer die Ware produziert hat? Was sie kosten wird? Welche Information die Nährwerttabelle ausweist? Eine Packung ohne Wiedererkennungswert? Das ging vielleicht mal vor ganz langer Zeit, als noch Tante Emma hinter der Theke stand und jeden einzelnen Kunden beriet und betreute. Im Supermarkt von heute aber müssen Käuferin und Käufer beim ersten Blick ahnen und beim zweiten wissen, was drin ist in der Packung. Verpackung muss den Kunden, das weiß die Konsumbranche, ansprechen, neugierig machen oder ihm mit einem beworbenen Logo ein schnelles Wiedererkennen ermöglichen. Und das nicht nur im Supermarkt.

Ist das jetzt eine Coke oder eine Pepsi, Joghurt oder Quark, enthält die Druckerpatrone nur schwarze Farbe oder kann man mit der auch bunt drucken? Die Verpackung beantwortet diese Fragen. Sie sagt auch mithilfe von Etiketten, was der Kauf denn kosten wird und macht so Preisvergleiche leichter. Die Kundin, der Kunde muss Produkte wiedererkennen, von ihnen Informationen bekommen oder von ihnen angesprochen werden. Alles Wichtige muss auf der Packung stehen. Auch das, was der Gesetzgeber gegebenenfalls vorschreibt, die Inhaltsstoffe, die Haltbarkeit, wer die Verantwortung trägt. Warnungen, was man mit dem Produkt machen kann und was nicht. Viel Information muss auf die Packung.

Waren werden nicht nur in Papier, Karton, Glas oder Aluminium verpackt, sondern auch in verschiedenen Arten von Kunststoff. Auch auf denen muss draufstehen, was drin ist. Es geht dabei nicht nur um Preisaufkleber, die man später wegrubbeln will oder nicht. Es geht um Design, Farben, Schrifttypen, Werbung, Ansprache und den Transport eines Images. Ware richtig zu verpacken ist eine Kunst und ein entscheidendes Handwerk, das auch das Image und damit den Preis des Produkts mitbestimmen kann. Verpackung sorgt für Wertigkeit, echte und gefühlte.

Meist ist Verpackung ein Verbund, manche hat bis zu acht Teile aus verschiedenen Materialien, die dafür sorgen, dass die Ware länger frisch bleibt, dass sie ein Vakuum halten kann, dass sie nicht riecht, dass sie sich nicht durch Sonne oder Licht verändert, dass die Hülle stabil oder flexibel ist. Auch das Recycling stellt Anforderungen an die Verpackungen und bestimmt seit einiger Zeit bei ihrer Produktion mit.

Es gibt große und kleine mit Bild und Text bedruckte Etiketten, die leicht abgekratzt werden können. Es gibt welche, die festkleben. Die verschiedenen Arten von Klebstoff sind dann wichtig. Viele Produkte jedoch sind fest umhüllt von ihrer sogenannten Schrumpffolie. Die ist bedruckt und sitzt so fest auf der Kunststoff-Flasche, dass sie als eins mit der Verpackung wahrgenommen wird.

Mit Heißluft oder Dampf wird die bedruckte Folie dazu gebracht, zu schrumpfen und sich ganz fest um das Produkt, zum Beispiel um die elastische Flasche mit dem Ketchup, zu schließen. Die Folie wird quasi mit der Flasche eins.

Wie kommen der Name, das Logo, die Information, der Barcode, die Werbefotos auf die Folie? Verpacken bedeutet vor allem auch Bedrucken. Es gibt diverse Druckverfahren, je nach Untergrund, Farben, Fotos und den durch das Lagern und der Präsentation im Laden notwendigen Vorgaben. Manches wird bedruckt, wenn es bereits fertig verpackt ist, manches wird auch in bereits vorproduzierte, also bedruckte Verpackung gefüllt. Tiefkühlware wird anders bedruckt als Ware in elastischer Verpackung, die im Regal liegt oder Aluminiumdosen.

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Journalist

Christian Litz

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