Weekly News

Neue VGM-Richtlinie

Ihr Ziel sind die Sicherheit der Menschen an Bord und die Vermeidung von wirtschaftlichen Verlusten.

Die neue VGM-Richtlinie der SOLAS (International Convention for the Safety of Life at Sea) regelt in der Seeschifffahrt die Überprüfung von Gewichten der an Bord verladenen Container. Falsche Angaben waren in der Vergangenheit ein Auslöser von schweren Unfällen, die erhebliche Gefahren für die Besatzung, das Risiko von Umweltschäden und den Verlust von Ladung bedeuten können.

Seit dem 1. Juli 2016 ist der Shipper, in der Regel ist das der Spediteur oder Verlader, verpflichtet, das verifizierte Bruttocontainergewicht (Verified Gross Mass/VGM) rechtzeitig an den Reeder zu melden. Container ohne die Angabe der VGM dürfen nicht mehr an Bord genommen werden. Die Deklaration kann auf den Seefrachtpapieren oder dem Zolldeklarationspapier erfolgen und mittels der neuen Schnittstelle VERMAS elektronisch an die Reederei übermittelt werden. Was „rechtzeitig“ bedeutet, legt diese nach eigenen Vorgaben fest: Meist liegt die Frist zwischen zwölf und 36 Stunden vor der Ankunft des Schiffes. Gewogen werden der beladene, verschlossene Container oder aber Waren, Packmittel und der leere Container in einzelnen Schritten.

Beachten müssen Exportunternehmen aktuell auch Änderungen im Bereich Warenursprung und Präferenzen (WUP). Durch Präferenzabkommen der Europäischen Union mit verschiedenen Drittländern und Handelszonen erhalten sie Zollvergünstigungen für berechtigte Produkte. Die Waren müssen dafür bestimmte Ursprungsregeln erfüllen, die durch Lieferantenerklärungen nachgewiesen werden können. Seit Inkrafttreten des Unionszollkodex Anfang Mai 2016 dürfen nun etwa Langzeitlieferantenerklärungen für maximal zwei Jahre ausgestellt werden. Betroffene Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich mit den Neuerungen im Bereich WUP intensiv zu befassen, um Beanstandungen vorzubeugen.

Teile diesen Artikel

Journalist

Ulrike Christoforidis

Weitere Artikel