ANALYSE: WIRTSCHAFT

DIE ONLINE-PLATTFORM FÜR WIRTSCHAFTSTHEMEN
ANZEIGE

"DIE FINANZIERUNGSKOSTEN LIEGEN BEI 50 PROZENT DER HERKÖMMLICHEN BAUWEISE“, GERHARD HOFFMANN, SENIOR AUDITOR DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR NACHHALTIGES BAUEN.

Ruck Zuck – Mit Modulen schneller bauen

Vorproduzierte Teile erhöhen nicht nur das Bau-Tempo. Ihr Einsatz senkt auch die Kosten erheblich und bietet Gestaltungsmöglichkeiten.

Gebäude bauen mit in der Fabrik bereits vorproduzierten Modulen geht schneller und qualitativ hochwertiger als das normale Bauen mit Ziegeln, Steinen, Beton oder Platten. Deshalb wurde die Art, Gebäude herzustellen, in den vergangenen Monaten stark von der öffentlichen Hand nachgefragt. Wenn Kindergärten, Schulen oder Flüchtlingsunterkünfte plötzlich ganz schnell benötigt werden, helfen industriell gefertigte Module. Mit denen waren die Probleme am schnellsten und günstigsten zu beheben. Wie effizient das Bauen mit Modulen ist, sieht man beispielsweise an folgenden Zahlen: 860 Mitarbeiter einer Modulbaufirma stellen in deren Werk jährlich rund 12.000 Module her, die eine Fläche von 190.000 Quadratmetern bedecken. Umgerechnet auf Quadratmeter pro Mitarbeiter liegt die Modulbauweise somit meilenweit vor dem herkömmlichen Bauen.

Die industrielle Fertigung sorgt für Tempo. Und um das ging es den Kommunen als sie bestellten. Aber auch um den Preis und um die Tatsache, dass beim möglichen Abriss in der Zukunft ebenfalls weniger Kosten anfallen werden. Die standardisierte Bauweise mit exakt produzierten Teilen, deren Inhaltsstoffe genau definiert sind, sorgt dafür, dass leichter recycelt werden kann.

Vor allem sind die Zinskosten geringer. Das belegen Studien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Gerhard Hoffmann, CEO der ifes GmbH, ein Unternehmen, dass Kunden bei der Zertifizierung ihrer Gebäude durch den DGNB begleitet, fasst den Zinskosteneffekt so zusammen: „Die Modulbauweise ermöglicht durch den hohen Vorfertigungsgrad der Module eine enorm kurze Bauzeit. Hierdurch lässt sich zum einen die Finanzierungsperiode entsprechend verkürzen. Kürzere Finanzierungszeiten wirken sich positiv auf die anfallenden Zinsen aus. Zum anderen können die Immobilien schneller in Betrieb genommen oder vermietet werden. Die Ersparnis bei den Finanzierungskosten liegt bei 50,6 Prozent gegenüber der Standardbauweise.“

Hoffmann betont auch die Nachhaltigkeit von Modularbauten. Eine Studie zu einem dieser Gebäude, das als Büro- und Seminargebäude der Universität Köln eingesetzt wird, belege: Die Lebenszykluskosten, also die Unterhaltskosten für ein Gebäude über 50 Jahre, sind bei Modulbauten geringer als bei Standardbauten.

Klare Linien, strenge kubische Formen, Fensterbänder, die Möglichkeit großflächiger Verglasung und Fassadensysteme aus Holz, Metall, Keramik oder Glas sorgen für Quadrate und Rechtecke und wenn gewünscht farbige Oberflächen – Modulgebäude sind architektonisch oft wenig anspruchsvoll, sondern einfach nur funktional. So entstehen beim Bau von Bildungseinrichtungen, Universitäten, Kliniken, Bürogebäuden und Geschosswohnungsbau seit Jahrzehnten immer wieder Bauwerke, die für ihr klares Aussehen mit Preisen ausgezeichnet werden.



Weitere Artikel