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Die neue Regelung erlaubt es den Finanzämtern, während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten eine unangemeldete Kassen-Nachschau in Betrieben durchzuführen, die mit elektronischen Registrierkassen oder offenen Ladenkassen arbeiten. HANDEL

Kassen-Nachschau: Unangemeldete Prüfung jederzeit möglich

Alle Jahre wieder: Auch 2018 kommen auf Unternehmer Änderungen zu. Durch eine Kassen-Nachschau kann der Fiskus jetzt die Kassenführung spontan unter die Lupe nehmen.

Zum 1. Januar dieses Jahres ist mit der Kassen-Nachschau die nächste Stufe des sogenannten Kassengesetzes in Kraft getreten – und damit eine weitere Regelung des 2016 verabschiedeten „Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung konsequent gegen Steuerhinterziehung sowie manipulierte Umsätze vorgehen und gezinkten Kassenaufzeichnungen einen Riegel vorschieben. Um das zu erreichen, setzt sie auf zertifizierte Sicherheitstechnologien bei elektronischen Registrierkassen und härtere Kontrollen durch den Fiskus.

Die neue Regelung erlaubt es den Finanzämtern, während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten eine unangemeldete Kassen-Nachschau in Betrieben durchzuführen, die mit elektronischen Registrierkassen oder offenen Ladenkassen arbeiten. Die Kassen-Nachschau soll zur Prüfung der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und -ausgaben auf deren Richtigkeit dienen. Geprüft wird beispielsweise, ob der Bestand an Bargeld mit den Aufzeichnungen im Kassenbuch übereinstimmt und ob alle Einnahmen und Ausgaben im Kassenbuch erfasst wurden.

Stehen die Finanzbeamten vor der Tür, müssen Aufzeichnungen, Bücher und weitere für die Kassenführung maßgebliche Unterlagen unverzüglich zur Verfügung gestellt und ein elektronischer Datenzugriff gewährt werden. Damit möglicherweise verbundene Kosten hat der geprüfte Betrieb zu tragen. Die Prüfer dürfen übrigens auch Privat- und Wohnräume gegen den Willen des Inhabers betreten – allerdings nur, wenn „dringende Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“ bestehen. Befinden sich Daten zum Zeitpunkt der Prüfung bei Dritten, zum Beispiel bei einem externen Buchhalter, muss dieser Einsicht gewähren. Eine Ausnahme betrifft Steuerberater oder Notare. Den Besuch bei ihnen hat der Fiskus anzukündigen.

Werden im Rahmen der Kassen-Nachschau Mängel festgestellt, können nicht ordnungsgemäß verzeichnete Einnahmen zu Zuschätzungen führen, die Steuernachzahlungen zur Folge haben können. Bei schweren Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 25 000 Euro. Unternehmer sollten daher ihre steuerliche Kassenführung unbedingt auf Vordermann bringen und auf eine eventuelle Kassen-Nachschau gut und immer vorbereitet sein, damit sie vom unangekündigten Besuch des Fiskus nicht negativ überrascht werden. Für viele Betriebe bedeutet dies mit Sicherheit nicht nur zusätzliche Investitionen, weil sie spätestens jetzt ein gesetzeskonformes Kassensystem anschaffen müssen, sondern auch zusätzliche Arbeit: Das Personal beispielsweise muss entsprechend geschult werden.

Auch für offene Ladenkassen gelten seit 1. Januar 2018 übrigens verschärfte Regeln. Steuerbeamte können einen Kassensturz verlangen und sich die Aufzeichnungen der Vortage vorlegen lassen. Die Tageseinnahmen müssen bis auf den Cent genau im Kassenbericht dokumentiert sein. Zudem sind bereits seit 2017 Zählprotokolle verpflichtend.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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