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Innovation bedeutet Zukunft

Die Rahmenbedingungen für Investitionen sind für Unternehmen so gut wie lange nicht. Nur der Fachkräftemangel stellt ein Hemmnis dar.

Es klingt für Wirtschaftsexeperten wie eine Binsenweisheit: Nur solche Unternehmen, die investieren, können in der Zukunft bestehen. Wer vom Bestand lebt, die Infrastruktur verfallen lässt und nicht heute in die Geschäftsmodelle und die Ausstattung von morgen investiert, der wird im Wettbewerb mit der Konkurrenz irgenwann unweigerlich zurückfallen. Das galt schon in der Vergangenheit, und es hat seine Gültigkeit noch viel mehr in Zeiten der digitalen Revolution. Gerade während einer solchen rasanten Umbruchzeit können sich Mitbewerber schnell einen kritischen Vorsprung verschaffen, der dann kaum noch aufzuholen ist. Aber auch andere Herausforderungen, die an Unternehmen von außen herangetragen werden, zwingen eigentlich geradezu dazu, Geld in die notwendigen Wandlungsprozesse zu stecken und sich damit fit für die Zukunft zu machen. Vor allem die Energiewende und der demographische Wandel drängen sich da auf.

Das Megathema aber ist natürlich die Digitalisierung. Nach Ansicht von Wirtschaftsexeperten hat sich das allerdings gerade bei Deutschlands Wachstumsmotor Nummer 1, dem Mittelstand, noch längst nicht überall herumgesprochen. Nur ein Teil wagt bislang Investitionen in die Digitalisierung und damit in das Wachtum des Unternehmens. Das Thema Digitalisierung sehen viele eher als notwendiges Übel an, denn als Chance, sich auf dem Markt nicht nur zu behaupten, sondern sogar die eigene Position mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen auszubauen. Wirtschaftsexperten sind verwundert, dass ausgererchnet der eigentlich als so innovationsfreudig bekannte deutsche Mittelstand ein Thema wie das der Entwicklung neuer Online-Plattformen bislang links liegen lässt. Wenn auf diesem Feld entwickelt und investiert wird, dann sind die Handelnden junge, risikofreudige Start ups. 

Die Chancen, die in der Digitalisierung stecken, hat die Unternehmensberatung McKinsey kürzlich errechnet. Demnach könnten Deutschlands Unternehmen durch eine konsequente Digitalisierung bis 2025 zusätzlich 126 Milliarden Euro an Wertschöpfung erzielen. Wenn die kleinen und mittelständischen Unternehmen konsequent auf die Chancen setzen, die die Digitalisierung ihnen bietet, also in digitale Projekte investieren würden, könnte alleine dadurch das jährliche Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozent steigen. Auch diese Zahlen zeigen: Wer investiert, tut etwas für seine Zukunft.

Wenn kleine und mittelständische Unternehmen Geld in die Hand nehmen, dann handelt es sich bei den investitionsfreudigen oftmals zugleich um innovationsfreudige Betriebe, die sich eher auf den modernen Geschäftsfeldern tummeln. Anderen Unternehmen ist häufig eher der Erhalt der bestehenden Substanz wichtig. Das gilt nicht selten gerade für solche Häuser, die von älteren Unternehmern geleitet werden – ganz nach dem Motto: Never change a running system. Denn warum sollte man schließlich investieren, wenn doch alles erfolgreich seit vielen Jahren läuft? Doch das ist schlicht zu kurz gedacht.

Aber auch außerhalb der digitalen Welt sind Investments in das eigene Unternehmen unabdingbar. Sei es, dass der Fuhrpark regelmäßig erneuert werden muss und neue Maschinen oder Werkzeuge angeschafft werden müssen – wer auf dem neuesten Stand der Technik ist, muss sich keine Sorgen machen, dass der Wettbewerber sich neu ausrüstet und im Konkurrenzkampf einen Vorsprung erzielt. Dass Investitionen ökonomisch Sinn machen müssen, ist dabei selbstverständlich. Wer sich eine neue Fuhrparkflotte anschafft, nur um die neuesten schicken Automodelle fahren zu können, zieht unnötig Kapital aus dem Unternehmen. Das gilt besonders gerade für Unternehmen, die ansonsten gerne in die Zukunft investieren.

Anders als früher haben die wenigsten Unternehmen heute Probleme bei der Finanzierung zukunftsträchtiger Innovationen. Viele Unternehmen haben Kapital angehäuft, das sie aber lieber zurücklegen, als für Neuerungen zu nutzen. Und solche Unternehmen, denen das aus unterschiedlichen Gründe nicht gelingt, bekommen heutzutage leichter Kredite bei Banken als vor der Finanzkrise. Ebenso stehen Kapitalgeber bereit, um in zukunftsträchtige Innovationen zu investieren. Und nicht zuletzt sind die Zinsen nach wie vor äußerst niedrig. Wann also investieren, wenn nicht jetzt? 

Ein Problem steht Investitionen allerdings gegenüber: der zunehmende Mangel an Fachkräften. Gerade mit Blick auf die Digitalisierung haben viele Unternehmen schon heute Schwierigkeiten, die notwendigen Fachkräfte zu finden. Hier liegt ein Auftrag für die zukünftige Bundesregierung, Abhilfe zu schaffen und alles mögliche zu tun, um solche Fachkräfte heranzubilden oder ins Land zu holen. Auch sonst hat die Politik Nachholbedarf – so muss der Ausbau des Breitbandes massiv vorangetrieben werden und Investitionshemmnisse wie zu hohe Anforderungen an Baumaßnahmen, die Investitionen in räumliche Erweiterungen von Unternehmen beeinträchtigen, abgebaut werden.

Den entscheidenden Schritt aber müssen doch die Unernehmen sebst tun. Die guten Rahmenbedingungen für Investitionen durch die gute Wirtschaftslage, die niedrigen Zinsen und die Digitalisierung vieler Wirtschaftsbereiche sollten sie als Chance betrachten, nicht nur als Herausforderung. Und zwar, so sehen es Wirtschaftsexperten, in dieser Reihenfolge.

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Journalist

Armin Fuhrer

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