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Wie wird man Ingenieur?

Ob Uni, FH oder duales Studium – Ingenieure haben Top Berufsaussichten.

Der Bedarf an Ingenieuren allein in Deutschland wird jährlich auf 80.000 geschätzt, Tendenz steigend. Wer Ingenieur werden möchte, dem steht also die (Berufs-)Welt offen. Dabei kann man gar nicht von „dem“ Ingenieur sprechen, denn Betätigungsfeld und Anforderungen sind äußerst breit gefächert.

Zu den Grundvoraussetzungen eines Ingenieurs oder einer Ingenieurin gehören unbedingt logisches Denken, gute Mathematik- und Physikkenntnisse. Schwächen auf diesem Gebiet sind die Hauptursache für die mit 25 Prozent sehr hohe Abbrecherquote unter den Studierenden. Doch auch Chemie, Biologie, Englisch und gute PC- Kenntnisse sind heute unverzichtbar.

Hat man sein Abitur mit möglichst guten Noten in den genannten Fächern bestanden, beginnt die Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit. Das ist meistens eine Universität oder Fachhochschule, kann aber auch in Form eines dualen Studiums mit Ausbildungsplatz in einer Firma erfolgen.

Auch Berufsakademien verknüpfen theoretisches Studium mit praktischer Ausbildung, jedoch erwirbt man hier keinen akademischen, sondern einen staatlichen Abschluss.

Seit Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ähneln sich die beiden Hochschularten viel mehr als früher. Was für eine Art Ingenieur man werden möchte, wird also die viel wichtigere Frage sein. Auch wenn die Schwerpunkte für Studiengänge des Ingenieurwesens inzwischen sehr vielfältig sind, unterscheidet man die fünf Hauptbereiche Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen/ Wirtschaftsinformatik und Bauingenieurwesen/Architektur.

Der Verein der deutschen Ingenieure VDI listet 27 verschiedene Berufsbilder auf, die Bundesarbeitsagentur zeigt sogar 50 eigenständige Spezialstudiengänge.

Zu Beginn des Studiums sollte nur die grobe Richtung klar sein, damit man sich für den richtigen der fünf Hauptbereiche entscheidet. Spezialisierungen wie Lebensmitteltechnologie, Raumfahrttechnik oder Computervisualistik sind dann innerhalb des Studiengangs möglich.

Nach sechs Semestern hält der Absolvent seinen Bachelor in den Händen und muss sich überlegen, ob er lieber sofort Berufserfahrung erwerben möchte, eine Trainee-Ausbildung in einem Unternehmen anschließen möchte oder es vorzieht, zwei weitere Jahre an der Hochschule zu verbringen um seinen Master zu machen. Bei einem ein- bis zweijährigem Trainee- Programm kann der Teilnehmer in viele Abteilungen hineinschnuppern und dort an unterschiedlichen Projekten mitarbeiten. Neben hohem Ansehen erhält er auch ein gutes Gehalt.

Für andere Ingenieure stellt sich eher die Frage, ob sie ihren Weiterbildungsmaster oder MBA machen oder aber promovieren wollen. Beim Master erweitern sie ihr Wissen um wirtschaftliche Kenntnisse, bei der Promotion vertiefen sie technisches Wissen.

Ohne lebenslanges Lernen geht es für Ingenieure nicht. Mit einem Aufbau-, Zusatz- oder Ergänzungsstudium erreichen sie jedoch oft mehr als mit dem klassischen Zweitstudium. Von großem Vorteil sind betriebswirtschaftliche Weiterbildungen. „Doch auch Soft Skills werden immer wichtiger“, sagt Lars Funk, Bereichsleiter Beruf & Gesellschaft im VDI.

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Journalist

Nicole Bitkin

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