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Im Herzen Europas auf Erfolgskurs

Die Rhein-Ruhr-Region ist ein entwickelter Wirtschaftsstandort mit guten Zukunftsaussichten, glaubt Garrelt Duin, scheidender Wirtschaftsminister von NRW.

Kennzeichnend für den Wirtschafts-standort Rhein-Ruhr ist die Lage im Herzen Europas mit einer entsprech-enden Infrastruktur.


Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: MWEIMH NRW/ Hojabr Riahi

Zwar scheidet Garrelt Duin nach der Abwahl der rot-grünen Landesregierung bald aus dem Amt als Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen aus, doch wenn der SPD-Politiker auf die Zukunft der Rhein-Ruhr-Region blickt, gerät er geradezu ins Schwärmen. „Kennzeichnend für den Wirtschaftsstandort Rhein-Ruhr ist die Lage im Herzen Europas mit einer entsprechenden Infrastruktur“, so Duin. Dazu zählten die internationalen Flughäfen und Messen, die beiden größten deutschen Binnenhäfen in Duisburg und Köln, die Anbindung an wichtige europäische Straßen- und Schienenverbindungen und der gute Breitbandausbau. Darüber hinaus verfüge das Rheinland und die Metropole Ruhr über eine Forschungslandschaft, die „in dieser Konzentration und Güte weltweit nur wenige Regionen aufweisen“. 

Gerade die sehr gut ausgebaute Infrastruktur, so Duin, sei ein wichtiger Faktor für den Standort Rhein-Ruhr. In Verbindung mit moderaten Mieten, einer hohen Lebensqualität und gut ausgebildeten Fachkräften ist sie sehr attraktiv für Startups. „Vor allem wenn es um die Verknüpfung von digitaler Wirtschaft und klassischer Industrie geht, trumpft das Rhein-Ruhr-Gebiet auf“. Das liege zum einen an den starken Hochschulen, die hochqualifizierte Spezialisten ausbilden, und zum anderen an der großen Anzahl etablierter Industrieunternehmen, die als Kunde, Partner oder potenzieller Investor gemeinsam mit Startups neue Entwicklungen vorantreiben. Dazu komme ein bundesweit einmaliges und flächendeckendes Netz in der Gründungsberatung und -förderung. „Die Startup-Szene ist sehr vielfältig und lebendig“, freut sich Duin. Neben klassischen Gründungen in Handel, Handwerk oder Dienstleistungsbereich wachse vor allem die Zahl der Unternehmen, die mit innovativen Geschäftsmodellen etwa im Bereich der Datensicherheit oder Elektromobilität in den Markt eintreten. „Mit den vier DWNRW-Hubs an Rhein und Ruhr entstehen dort regionale Plattformen der Digitalen Wirtschaft, die als Drehscheibe für die Zusammenarbeit zwischen Startups, Industrie und Mittelstand dienen und den digitalen Wandel vorantreiben sollen“.

Der Wirtschaft komme der in den meisten Gebieten sehr hohe Ausbau des Breitbandnetzes zugute. In der Rhein-Schiene sind insbesondere die Ballungszentren Köln, Bonn und Düsseldorf sehr gut versorgt. Zwischen 94 und 98 Prozent der Haushalte verfügen hier über Breitbandanschlüsse mit Übertragungsleistungen von mindestens 50 Mbit/s. Im Umland liegt die Versorgung mit über 88 Prozent der Haushalte nur leicht darunter. Auch die Gewerbeflächen sind zu 73 bis 93 Prozent mit mindestens 50 Mbit/s ausgestattet. Allerdings, so gesteht Duin ein, „ist hier in der Qualität der Anbindung noch Luft nach oben. Ziel muss sein, alle Gewerbeflächen an Glasfaser anzuschließen“. Im Ruhrgebiet ist die Breitbandversorgung etwas heterogener. 

Eine wichtige Rolle für den Standort und seine Bekanntheit spielten die zahlreichen Messen, die Rhein-Ruhr zum bedeutendsten Messestandort europaweit machten. Mehr als 100 internationale Leitmessen sind hier in wechselndem Turnus zu Hause und ziehen über 5,5 Millionen Besucher pro Jahr an. „Innovationen aus aller Welt stellen sich hier vor und sind Impulsgeber für den technologischen Fortschritt. Die Geschäfte auf diesen internationalen Leitmessen und um das Messegeschehen herum sind für die Wirtschaft in der Region und ganz NRW nicht wichtig genug einzuschätzen“, ist sich Duin sicher. 

Überraschende Zahlen hat der SPD-Mann parat, wenn es um den Tourismus in der Region geht. Von den fast 50 Millionen jährlichen Übernachtungen in ganz NRW entfällt inzwischen die Hälfte auf Ruhrgebiet und das Rheinland. Das Ruhrgebiet insgesamt lag mit 6,5 Millionen Übernachtungen im Jahr 2016 und einem Plus von 3,2 Prozent deutlich über dem Landesschnitt von 1,9 Prozent. „Und wer hätte gedacht, dass beispielsweise in Dortmund die Gästeübernachtungen von 2015 nach 2016 um rund 13 Prozent gestiegen sind?“ Schließlich locke die Region auch mit einem unübersehbaren Angebot von Kultur- und Sportveranstaltungen mit überregionaler Aufmerksamkeitsschwelle. Duin: „Wenn Schalke gegen Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln spielt, begeistert das die Menschen weit über die Rhein-Ruhr-Region hinaus.“

Fakten

Die Rhein-Ruhr-Region verfügt für Unternehmer und Startups über zahlreiche Standortvorteile. Dazu gehören die sehr gut ausgebaute Infrastruktur, eine hervorragende Forschungslandschaft, die große Bedeutung als Messestandort weit über Deutschlands Grenzen hinaus und das große Angebot an gut ausgebildeten Fachkräften.

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Journalist

Armin Fuhrer

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