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Erlebniswelten für den Einzelhandel

Am letzten Verkaufsoffenen Sonntag staunten die Kunden in der Hamburger Innenstadt nicht schlecht, als sie die Schaufenster von Karstadt sahen.

Menschliche Schaufensterpuppen präsentierten ausgewählte Waren eines Taschenherstellers. Zur Untermalung der Szene gab es Live Musik vor den Schaufenstern. Ein richtiger Weg, findet Klaus Lach, Vizepräsident des Verbandes VISUELLES MARKETING MERCHANDISING e.V. „Die große Aufgabe bei der ‚Verführung‘ am POS besteht darin, die Waren so zu schmücken, dass mit ihnen Geschichten erzählt werden (Story-Telling). Solchen Gestaltungen schenken die Kunden ihre volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Folglich ist es nur logisch und sinnvoll, dass der Trend hin zu anspruchsvollen Darbietungen geht, die die Betrachter emotional berühren und ihn ganz unbewusst zu Kaufentscheidungen verführt.“

Der Einzelhandel steht mit dem Rücken zur Wand im Kampf gegen den Onlinehandel. Immer mehr Menschen bestellen im Netz, lassen sich die Produkte bequem ins Haus liefern. Was bringt den Kunden zurück an den POS (Point of Sale) und was verführt ihn dann auch zum Kauf? „Die Aufgabe des visuellen Marketings wird die Gestaltung glücklicher Städte sein. Stadtlandschaften werden zu Bauernhofidylle, naive Tiermalerei in heiteren Farben, Ökologie, die Spaß macht, internationaler Austausch, optimistische Veränderungen, die Enthusiasten kommen. Die Welt in unseren Städten wird bunter, wir brauchen glückliche Städte und glückliche Menschen. Wir brauchen gekonntes Design um die grauen Städte zu beleben und fröhlich zu gestalten. Die Städte werden unsere neuen Metropolen des Einkaufs werden.“

Etwa 40 Prozent der Konsumenten informieren noch immer durch einen Blick in das Schaufenster, so Untersuchungen zum Kaufverhalten. Und bis zu 80 Prozent der Kunden führen später ihre Kaufentscheidung auf die dortige Präsentation der Waren zurück. Das Schaufenster hat also mehr denn je seine Berechtigung in einer digitalisierten Welt. „Schaufenster- und Retailgestaltungen müssen schnelllebiger und vor allem attraktiv sein. Das Motto: My beautiful Store – Der Einzelhandel macht mobil im Kampf um die Gunst der jungen Verbraucher. Dieser Trend führt in die Welt des kreativen, stationären Handels. Die Ladengeschäfte zeichnen sich in Zukunft durch viel Liebe zum Detail aus. Designer schaffen reale und beglückende Verkaufsräume. Jedes Geschäft sollte etwas Besonderes sein“, so Klaus Lach vom Verband VMM e.V.

„Viele nutzen noch nicht ihre Möglichkeiten, präsentieren ihre Waren bieder“, so Klaus Lach. Shopping Apps und digitale Technologien schaffen in Zukunft ein anderes Einkaufserlebnis. „Die Kunden wollen heute unterhalten werden, der POS muss mehr Entertainment bieten. Ein Trend, so wie der von „Hollister“, muss immer wieder aktualisiert werden. Der moderne Einzelhandel wird nur mit immer neuen Strategien überleben“, so Klaus Lach vom Europäischen Verband für Marketing und Merchandising (VMM e.V). Text: Jörg Wernien

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Journalist

Jörg Wernien

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