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Drei smarte Projekte: Wien, Berlin und Masdar City in Abu Dhabi

Smart City Wien: Mehr als nur Ressourcenschonung

Wien gilt seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Vorreiter in der modernen Stadtentwicklung. Schon früh kümmerten sich die Stadtverantwortlichen um eine richtungsweisende Wasserversorgung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde mit der Errichtung von Gemeindewohnungen ebenfalls ein progressiver Weg der urbanen Entwicklung eingeschlagen.

So wundert es nicht, dass Wien sich entschlossen hat, konsequent den Weg zur Smart City zu gehen. Der Wiener Stadtverwaltung geht es dabei nicht nur um die Einsparung von CO2, was die Ursprungsidee für Städte gewesen ist, über smarte Lösungen nachzudenken.

In Wien wird das Thema größer gedacht. Die sogenannte „Smart City Wien Initiative“ hat sich zum Ziel gesetzt, die „Smart City“ als einen kontinuierlichen Modernisierungsprozess der österreichischen Hauptstadt zu initiieren, der einerseits den Energieverbrauch und Emissionen signifikant senken soll, ohne dabei auf Komfort oder Mobilität verzichten zu müssen. Andererseits verstehen die Wiener darunter intelligente und innovative Lösungen für den verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. 

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Apps, die das Leben im urbanen Raum angenehmer machen sollen. Dazu gehören unter anderem Wave, eine Spracherkennungs-App, die auf alle Fragen rund um die Mobilität in Österreichs Hauptstadt die richtige Antwort weiß oder LEIWI, was für „Lebensqualität in Wien“ steht, eine Online-Plattform, die einen Lebensqualitäts-Index für eine bestimmte (Wohn-)Adresse berechnet.


Smart City Berlin


Nicht alle Berliner denken, dass ihre Stadt so richtig smart ist, zumal dann, wenn sie wochenlang auf einen Termin im nächstliegenden Bürgeramt warten müssen und noch viele Verwaltungsvorgänge per Hand und auf Papier erfolgen.

Doch die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt haben erkannt, dass Metropolen nur dann steuerbar bleiben, wenn sie auf neue Technologien setzen. Klar ist: Nur mit modernen – also digitalen – Technologien und smarten Lösungsmodellen werden wichtige Lebensbereiche wie Verkehr, Wohnen, Verwaltung oder auch Freizeit weiterhin funktionieren können. Hier wird an der Stadt an der Spree kräftig von analog auf digital umgebaut.

Vor zwei Jahren hat sich die deutsche Hauptstadt eine Smart-City-Strategie gegeben, die erreichen will, dass durch die „Digitalisierung von bisher analogen Prozessen Wege, Zeit und Geld für Industrie, Verwaltung und Bevölkerung gespart werden“, wie es in dem Papier heißt. So sollen Ressourcen für die Bewältigung anderer wichtiger Aufgaben freiwerden. 

Der digitale Umbau einer Metropole ist kompliziert und die Bewohner nehmen dies sehr unterschiedlich wahr. Noch gibt es eher Insellösungen von Smart-City-Projekten. Eines dieser Projekte ist beispielsweise der Smart Sustainable District Moabit West. Zusammen mit der TU Berlin und vielen lokalen Partnern sind Möglichkeiten der Umsetzung integrierter Quartierslösungen erarbeitet worden. Seit Anfang des vergangenen Jahres läuft jetzt die Planung von Forschungs- sowie Umsetzungsprojekten in wichtigen Bereichen der Ressourceneffizenz bei Wasser, Energie- und Wärme und einer CO2-neutralen Mobilität.


Masdar City in Abu Dhabi


Auch wenn es nicht so schnell vorangeht, wie sich die ehrgeizigen Macher in Abu Dhabi es sich einst vorgestellt haben, Masdar City, gilt nach wie vor als Inbegriff einer nachhaltigen, grünen und smarten Stadt.

Auch wenn man die Pläne zu einer weltweit ersten totalen CO2- und Abfallfreien Stadt inzwischen verworfen hat, und auch erst einige hundert anstatt der geplanten 50.000 Einwohner in der am Reissbrett geplanten City in der Wüste leben, so wollen sich die Verantwortlichen nicht von der Vision einer lebenswerten, energiesparenden Wüstenstadt verabschieden. Eigens zur Bewertung von Nachhaltigkeit hat man einen eigenen Standard für den Energie- und Wasser- und Abfallverbrauch eingeführt, die sich an amerikanische Standards anlehnen.

Dass die Entwicklungen bei Stadtentwicklungen häufig schneller voranschreiten, als es die Macher voraussehen konnten, zeigt beispielsweise die Elektromobilität. 

Während in den Planungsphasen ein eigenes energiearmes Transportsystem eine wichtige Rolle spielte, hat die rasant zunehmende Entwicklung der Elektromobilität und die stetigen Neuerungen, diese zu einer Alternative werden lassen.

Umplanungen und Neuorientierung sind bei Stadtplanungen keine Seltenheit. Inzwischen wirbt
die Regierung des Wüstenemirates verstärkt um Startup Unternehmen, die sich hier am Persischen Golf niederlassen sollen. Steuerfreiheit, günstigen Büromieten und der Befreiung von Ein- und Ausfuhrzöllen sind einige Goodies, mit denen Unternehmen angelockt werden sollen.

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Journalist

Frank Tetzel

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