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Drei Experten zum Thema Nachfolge, Kredite und Factoring


Steffen Bolz, Vorstand des Deutschen Instituts für Unternehmensnachfolge e.V.

Eine Unternehmensübergabe ist immer sehr individuell. Ab einem Alter von 50 Jahren sollte man beginnen, sich über die Art der Nachfolge Gedanken zu machen. Mit Ende 50 sollte man dann mit der konkreten Umsetzung beginnen. Entscheidend ist letztlich, wann und in welcher Art und Weise man das Unternehmen final übergeben möchte.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, einige Weichen frühzeitig zu stellen. Je unabhängiger ein Unternehmen z. B. von der Person des Unternehmers ist, desto leichter lässt sich ein späterer Verkauf oder die familieninterne Übergabe gestalten.

Sowohl die interne Übergabe an ein Familienmitglied als auch ein Unternehmensverkauf sind hochkomplexe und emotionale Prozesse, in die Fachleute miteinbezogen werden sollten. Auf unserer Website geben wir diesen Fachleuten eine Plattform, sich und ihre Dienstleistung vorzustellen.

Sollen die eigenen Kinder das Unternehmen weiterführen, was zu zwei Dritteln der Fall ist, hängt das Gelingen auch stark von der Eltern-Kind-Beziehung ab. Stehen mehrere Kinder als Erben bereit und nicht alle wollen ins Unternehmen, ergeben sich hier zusätzliche Herausforderungen bei der Gestaltung einer gerechten innerfamiliären Übergabe.

Die Angst vor „Heuschrecken“ ist übrigens meist unbegründet: In Deutschland gibt es seit Jahrzehnten eine Vielzahl sehr guter und nachhaltig agierender Unternehmenskäufer. Viele mittelständische Unternehmen sind bereits langfristige Partnerschaften mit Investoren eingegangen, die Standort und Personal erhalten möchten und das Ziel haben, das Unternehmen weiterzuentwickeln.


Dr. Tim Thabe, Founder creditshelf
Der Lösungsanbieter für Cross-Over-Bonitäten

Unsere Plattform bietet einen zweiseitigen Marktplatz für einen digitalen Kreditprozess an: Mittelständische Unternehmen mit einem Umsatzvolumen zwischen 2,5 und 100 Millionen Euro jährlich, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, werden von uns analysiert und bei positiver Bewertung auf unserer Plattform zugelassen. Hausbanken vergeben bei Bonitäten zwischen BB+ und B− nur sehr zögerlich bis gar keine unbesicherten Betriebsmittelkredite, was bei vielen mittelständischen Betrieben zu massiven Nachteilen führt. Denn wenn eines der oftmals familiengeführten Unternehmen zum Beispiel ein großes Projekt gewinnt, benötigt es meistens zusätzliche Mittel, die es bei uns über interessierte Investoren erhält. Der Kreditrahmen bewegt sich zwischen 100 000 Euro und 2,5 Millionen Euro, die Kreditdauer liegt bei durchschnittlich 18 Monaten und kann bis zu 36 Monaten betragen.

Der Vorteil von creditshelf gegenüber herkömmlichen Banken liegt in unserer deutlich höheren Geschwindigkeit und dem vergleichsweise größeren Risikoappetit unserer Investoren verglichen mit Banken. Sie erhalten je nach Risikobewertung Zinsen zwischen 6 und 11 Prozent – eine lohnende Investitionsmöglichkeit, die ihnen sonst nicht offenstehen würde und dabei hilft, unseren starken Mittelstand wettbewerbsfähig zu halten.


Simon Schach, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Factoring für den Mittelstand
Factoring beim Mittelstand immer beliebter

Als strategisches Element wird Factoring für den Mittelstand weiter an Bedeutung gewinnen - das geben in verschiedenen Studien knapp 70 Prozent der Entscheider an. Was wir aber viel mehr spüren, ist ein gewisses Unverständnis, was die mittlerweile sehr zögerliche Kreditvergabe der Banken anbelangt. Trotz gut gefüllter Auftragsbücher vieler mittelständischer Unternehmen verweigern die Hausbanken oftmals das Geld für notwendige Investitionen. Viele Banken tun sich immer schwerer mit der Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen, was zu Frust auf Unternehmerseite und schließlich dazu führt, sich zur Finanzierung des Wachstums anderweitig umzusehen.

Die Vorteile beim Factoring sind das heilige Dreigestirn: erstens planbare Liquidität. Denn auch wenn Produktion und Umsatz einigermaßen planbar sind, die Zahlungsziele sind es nicht - deshalb gilt Liquidität als der Hauptgewinn. Zweitens der Schutz vor Forderungsausfall. Zahlt der Kunde oder zahlt er am Ende nicht? Wer seine Forderung im Rahmen des echten Factorings verkauft, bekommt nicht nur sofort sein Geld, sondern bleibt auch nicht auf seiner eventuell hohen Rechnung sitzen. 

Das offene Full-Service-Factoring ist der dritte Vorteil, denn das Abgeben des Debitorenmanagements bedeutet viel mehr Freiheit und Klarheit für die Arbeit der Geschäftsführung. Es belastet, engt ein und macht unkreativ, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden. Wer ein Factoringunternehmen einschaltet, kann dagegen seine volle Kraft und Leidenschaft in den erfolgreichen Ausbau seines Unternehmens konzentrieren. 

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Journalist

Katja Deutsch

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