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Die Zukunft in der Stadt

Kleine Roboter summen durch die Straßen. Hermes, UPS und DHL liefern ihre Pakete in der Innenstadt mit den kleinen, autonomen Fahrzeugen aus. 

Die Busse des ÖPNV fahren elektrisch und ohne Fahrer. Stinkende LKW dürfen die Innenstädte nicht mehr anfahren. Die Luft ist für die Menschen in den deutschen Städten spürbar besser geworden – Science-Fiction? Nein, sagt Prof. Raimund Klinkner, der Vorsitzender des Vorstandes der Bundesvereinigung Logistik: „Das StreetScooter-Modell von DHL beispielsweise ist faszinierend, denn es geht über den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf kurzen Strecken im urbanen Raum hinaus, sozusagen vom ergonomisch durchdachten Fahrzeugkonzept hin zu Energiespeichersystemen und individualisierbaren Modulen – von Fahrrad Akkus bis zu großen Nutzfahrzeug speichern“.

Die Innenstädte werden von der rasanten Entwicklung in der Logistik profitieren. So werden Drohnen für die Auslieferung zu entlegenen Gebieten getestet, Fahrerlose E – Mobile versorgen in der Nacht Tankstellen und Kioske mit frischen Zeitungen, das autonome Fahren wird zum Alltag. „Die technologische Entwicklung schreitet zügig voran. Der nächste größere Schritt im Straßenverkehr wird wahrscheinlich im kreuzungsfreien gerichteten Betrieb, also beispielsweise auf Autobahnen erfolgen. Bis wir autonomen Fahrzeugen regelmäßig im Stadtverkehr begegnen, wird allerdings noch etwas Zeit ins Land gehen – die Situation ist komplexer und es stellen sich rechtliche und ethische Fragen, die nicht ganz einfach zu klären sind“, so Prof. Raimund Klinkner von der Bundesvereinigung Logistik.

Das heißt aber nicht, dass die Zeit der Digitalisierung nicht gekommen ist. „Laut einer Umfrage der BVL schätzen 73 Prozent der Unternehmen die Chancen, die sich durch eine digitale Transformation ergeben, als hoch bis sehr hoch ein. Aber mehr als die Hälfte wartet noch ab, bis erprobte Lösungen vorliegen. In dieser schnellen Zeit ist es aber falsch, zu warten. Digitalen Zugang zu Kunden hat nur, wer die Spielregeln des digitalen Marktes versteht,“ warnt Prof. Klinkner. 

Deutschland ist Logistik-Weltmeister, sagt die Weltbank mit ihrem Logistics Performance Index. Hier gibt es die besten Noten für Pünktlichkeit, Infrastruktur und Qualität. Mehr als drei Millionen Menschenarbeiten in der Logistik – Tendenz steigend. Um diesen Standard zu halten muss investiert werden.

Die Bundesregierung hat einen Masterplan für die Entwicklung der Verkehre in Deutschland auf den Weg gebracht. Ein Schritt in die richtige Richtung, findet die Bundesvereinigung Logistik, doch viel zu wenig. Noch immer gibt es kein schnelles Internet in der Fläche, sind viele Gebiete abgehängt von der Kommunikation. Der Digitale Verkehr muss optimiert werden, meint Prof. Raimund Klinkner: „Statt nur auf andere Investitionsprogramme zu verweisen, hätte man durchaus Investitionen in die IT-Infrastruktur gleichwertig in den BVWP (Bundesverkehrswegeplan) aufnehmen können. Die digitale Technik hat das Potenzial, die Verkehrswege durch Automatisierung und Vernetzung der Fahrzeuge enorm zu entlasten. Kritisch ist auch, dass die strategische Planung und Durchführung von Aus- und Neubauprojekten vernachlässig wird.“

Die Welt ist im Umbruch, die Logistik wird einen großen Anteil daran haben, dass wir in Zukunft besser leben können.

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Journalist

Armin Fuhrer

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