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Die EU sichert politische und wirtschaftliche Stabilität

„Die deutsche Landwirtschaft steht vor der großen Aufgabe, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.“

Die deutsche Landwirtschaft ist in besonderem Maße auf eine handlungsfähige und stabile Europäische Union angewiesen. Die EU-Agrarpolitik, der europäische Binnenmarkt und der Euro geben den Rahmen, von dem auch die deutsche Landwirtschaft nachhaltig profitiert hat. 

Nach der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, aus der EU auszutreten, machen sich viele Landwirte Sorgen. Wird die Europäische Union auch in Zukunft ein Stabilitätsanker bleiben? Europa darf jetzt nicht zerfallen, sondern muss stärker als bisher auf politischen und wirtschaftlichen Zusammenhalt achten. Gerade in ländlichen Räumen haben viele Menschen angesichts von rascher Globalisierung und Digitalisierung den Eindruck, abgehängt zu werden. 

Die EU muss daher den ländlichen Räumen und der Landwirtschaft besonderes Augenmerk geben, sowohl politisch als auch mit Blick auf das Budget nach 2020. Genauso ist die Landwirtschaft in Deutschland auf nationaler Ebene auf einen berechenbaren politischen Rahmen angewiesen. Veränderungsprozesse – etwa in der Tierhaltung – müssen so gestaltet werden, dass die dafür notwendigen Investitionen getätigt werden können. 

Ebenso muss die ökonomische Perspektive stimmen. Letztlich müssen höhere Standards von Handel und Verbrauchern mitgetragen werden. Unsere Initiative Tierwohl wollen wir weiterführen und verbreitern. Einem Tierwohl-Label und auch Herkunftskennzeichnungen steht der Bauernverband offen gegenüber, wenn diese für die Ver-
braucher wie für die Landwirte einen Mehrwert bringen. Der Handel muss sich seinerseits stärker der Kritik an unfairen Handelspraktiken bei der Beschaffung von Lebensmitteln stellen. Die aktuelle Novelle
des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen ist zum Beispiel ein
erster wichtiger Schritt.

Der Agrarexport wird für die deutsche Landwirtschaft unverändert wichtig bleiben. Wenn sich die USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen und den Verhandlungen zurückziehen sollten, liegen die größten Chancen für die europäische Landwirtschaft im Handel mit Japan und Südostasien. Die deutsche Landwirtschaft steht insgesamt vor der großen Aufgabe, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zugleich die notwendigen Innovationen und Investitionen für noch ressourcenschonendere Wirtschaftsweisen am Standort Deutschland zu mobilisieren.

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Journalist

Joachim Rukwied

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