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Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Nachhaltig zu produzieren bedeutet nicht nur Rohstoff- und Energiekosten zu senken. Es sorgt auch für ein besseres Image bei Kunden und Mitarbeitern. 

„Nachhaltigkeit soll langfristig die Lebensqualität möglichst vieler Menschen verbessern.“

Nachhaltig zu produzieren ist heute ein Muss für Firmen. Dafür gibt es auch ökonomische Gründe. Denn eine nachhaltige Produktion hält zwei wichtige Kostenfaktoren klein. Es werden weniger Rohstoffe verbraucht, also durch die Optimierung des Materialeinsatzes geringe Herstellungskosten erzielt. Die senken in Konkurrenzsituationen den Preis des Produkts oder erhöhen die Gewinnspanne des Unternehmens. Viel sparen lässt sich beim Energieeinsatz. Die Kosten für Strom, Öl, Diesel und Gas sind am Standort Deutschland ein ganz wichtiger Faktor. 

Hinzu kommt, so Stefan Schulze-Hausmann, Vorstand der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, dass Nachhaltigkeit ein Marketing-Instrument sein kann. Hersteller können sich damit von ihren Konkurrenten unterscheiden. Schulze-Hausmann, der 2008 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis ins Leben gerufen hat und diesen seitdem jährlich in verschiedenen Kategorien vergibt, hat mit der Zeit noch andere Gründe kennengelernt, die Unternehmen dazu bringen, möglichst nachhaltig zu produzieren. Er zählt auf: „Positive Reputation und Mitarbeiterzufriedenheit“. Das Image der  Nachhaltigkeit helfe beim Recruiting, dem Suchen und Verpflichten neuer Mitarbeiter auf dem von Fachkräftemangel bestimmten Arbeitsmarkt. Außerdem sorge das Unternehmens-Image für mehr Loyalität der Belegschaft. Dazu kommen „die Wünsche der Aktionäre. Viele Fonds, die Firmen-Anteile kaufen, haben Standards, deren Einhalten sie erwarten. Hinzu kommen viele gesetzliche Auflagen, die erfüllt werden müssen. 

Die gewachsene Bedeutung von Nachhaltigikeit habe inzwischen dafür gesorgt, so Stefan Schulze-Hausmann, dass alle Unternehmen über den Tellerrand hinaus schauen, wie sich die Konkurrenz in Sachen Nachhaltigkeit aufstellt. „Diesen Wettbewerbsfaktor bildet der Nachhaltigkeitspreis eins zu eins ab.“ Der Preis habe sich mit dem Rückenwind entwickelt, den das Thema insgesamt hat und bringe nun „Akteure miteinander ins Gespräch die sich sonst nicht suchen“. Der Preis sorge dafür, dass die Entwicklung auf dem Gebiet Nachhaltigkeit abgebildet werde. „Unseren Preis gewonnen zu haben ist ein untrügliches Zeichen, dass man die Nase vorn hat.“ sagt der Initiator der mittlerweile größten Auszeichnung ihrer Art in Europa.

Er definiert die Nachhaltigkeit von Gütern mit drei Faktoren. „Ein Produkt ist nachhaltig, wenn es die Umwelt hinsichtlich seiner Materialien, des Herstellungsprozesses und der Nutzung durch den Käufer möglichst gering belastet.“ Zur Definition eines nachhaltigen Produkts gehören für Schulze-Hausmann noch zwei weitere Punkte: Es soll die Lebensqualität möglichst vieler Menschen hier und anderswo verbessern. Das nennt er die soziale  Säule. Die ökonomische Säule sei: Das Produkt muss für den Käufer erschwinglich sein und trotzdem für den Anbieter gleichzeitig ein gutes Geschäft sein. Ein Beispiel für Nachhaltigkeit in Firmen sind Energierückgewinnungsanlagen. Die rentieren sich für Unternehmen in der Regel „schneller als man glaubt.“ 

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Journalist

Christian Litz

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