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Den eigenen Boden nachhaltig und gesund zu bewirtschaften, ist für die Landwirtschaft eine attraktive und durchaus günstige Alternative. LEBENSMITTEL UND AGRAR

Der gesunde Boden

Agrarflächen nachhaltig und dennoch wirtschaftlich ertragreich zu bebauen, ist kein Widerspruch in sich. Es geht sogar miteinander einher.

„Viele Nährstoffe gehen unter anderem bei der Lagerung von organischem Dünger verloren.“

Bei der Bodenbearbeitung findet seit einigen Jahren ein Umdenken statt. Zu gewichtig wirkt die Belastung der Böden und Pflanzen beim Anbau. Restriktionen der EU und die Erkenntnis, dass die Böden das große Kapital der Landwirtschaft sind, beschleunigen das Umdenken. Dieser Prozess ist sehr wichtig, aber lange noch nicht abgeschlossen. Viele Landwirte müssen erst noch erfassen, wie irreparabel die Schäden für Böden und Umwelt sein können. Nachhaltiges Wirtschaften, gesündere Pflanzen, sauberes Grundwasser: Das sind die Kernziele, die durch reduzierte Düngung, den Verzicht auf Chemikalien und ein besseres Umweltbewusstsein erlangt werden sollen und müssen.

Doch es gibt noch ein weiteres bedeutsames Problem. Organische Dünger wie Mist und Gülle enthalten die unterschiedlichsten Nährstoffe. Doch viele davon gehen in der Luft oder im Wasser verloren, aber auch bei der Lagerung und im Boden. Von den Pflanzen können sie dann nicht mehr aufgenommen werden. Alles, was die Pflanzen bei der Düngung nicht aufnehmen können, schadet direkt und indirekt der Umwelt oder auch den Erzeugnissen. Doch mit dem neuen Bewusstsein kommen auch neue Techniken. So ist es möglich, selektierte Mikroorganismen in den Boden einzubringen. Die Mikroorganismen wandeln die organischen Substanzen in Humus um und stärken das Ökosystem, anstatt ihm zu schaden.

Zudem können nicht nur vereinzelten Mikroorganismen, sondern ein ganzes Ökosystem von diesen in den Boden eingebracht werden. Es gibt vier wichtige Gruppen.

Zunächst sind da einmal die autotrophen Mikroorganismen. Diese ernähren sich von mineralischen Elementen aus Boden und Luft und produzieren dadurch organische Substanzen.

Dann gibt es die Mikroorganismen, die diese organischen Elemente für die Pflanze verfügbar machen, sowie welche, die die Elemente im Boden speichern. Letztere sorgen, gebunden an Ton-Humus-Komplexe, für eine bessere Bodenstruktur und stabilisieren ihn zum Beispiel gegenüber Erosionen oder Verschlämmungen. Zu guter Letzt sind die rhizosphären Mikroorganismen zu nennen. Sie leben mit den Pflanzen in Symbiose und geben die organischen Elemente an die Pflanze zurück.

Der Boden ist das Kapital der Landwirtschaft. Natürlich ist es wenig sinnvoll, einen Boden nach dem anderen kaputt zu wirtschaften. Den eigenen Boden nachhaltig und gesund zu bewirtschaften, ist für die Landwirtschaft also eine attraktive und durchaus günstigere Alternative.

Die vielen Möglichkeiten, die mit dem Ziel einer allgemeinen besseren Bodenfruchtbarkeit geschaffen wurden, zeigen auf, dass eine umfassend nachhaltige Landwirtschaft möglich ist.

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Journalist

Tim Prahle

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