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Den Mittelstand stärken

„Der Mittelstand wird auch 2017 verlässlich seine Rolle als Wachstums- und Jobmotor in unserem Land erfüllen.“

Der innovative Mittelstand bildet das Rückgrat unserer Volkswirtschaft. Ihm verdankt Deutschland seine weltweit führende Position bei Produkt- und Prozessinnovationen und damit seine Exportstärke. Diese Spitzenstellung gilt es auch in Zukunft zu verteidigen. Voraussetzung hierfür sind Investitionen in Forschung und Entwicklung. Der jüngsten ZEW-Studie zufolge legten die Innovationsausgaben der Wirtschaft 2015 um 8,8 Prozent auf 157 Milliarden Euro zu. Mit 9,8 Prozent Zuwachs haben Mittelständler überproportional stark in ihre technologische Zukunft investiert. Die Chancen stehen gut, dass dies 2017 so bleibt. Laut Unternehmerumfrage des BVMW zum Jahreswechsel wollen 47 Prozent der Mittelständler im laufenden Jahr mindestens genauso viel investieren wie 2016, gut ein Drittel plant sogar höhere Investitionen.

Der Mittelstand ist insgesamt optimistisch in das neue Jahr gestartet, was das eigene Unternehmen angeht. So schätzen 95 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe ihre Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, vier von zehn Mittelständlern erwarten für 2017 noch höhere Umsätze. Es wäre Aufgabe der Politik, den Mittelstand nach Kräften zu unterstützen. Dies traut die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmer der jetzigen Bundesregierung nicht mehr zu. Nur zwölf Prozent wünschen sich laut BVMW-Umfrage eine Fortsetzung der Großen Koalition nach der Bundestagswahl. Fast 60 Prozent bevorzugen Schwarz-Gelb oder ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. Als vorrangige Aufgaben einer neuen Bundesregierung nennen die Unternehmer die Senkung der Steuer- und Abgabenlast, Verbesserung der Infrastruktur, vor allem aber den Abbau von Bürokratie. Kein Wunder bei Bürokratiekosten für die Wirtschaft von 40 Milliarden Euro jährlich. Für eine Entlastung der Betriebe hat sich unlängst auch der Sachverständigenrat ausgesprochen. Nach Berechnungen der Weltbank liegt die durchschnittliche Belastung mittelständischer Unternehmen weltweit bei 40,9 Prozent – unsere Mittelständler müssen fast 49 Prozent schultern.

Angesichts eines Infrastruktur-Investitionsstaus von über 100 Milliarden Euro ist in erster Linie der Staat gefordert. Deutschland braucht endlich ein Wagniskapitalgesetz für innovative Klein- und Mittelbetriebe, eine steuerliche Forschungsförderung wie in 28 von 34 OECD-Ländern und die völlige Abschaffung der Erbschaftsteuer. Ich bin überzeugt, der Mittelstand wird auch 2017 verlässlich seine Rolle als Wachstums- und Jobmotor in unserem Land erfüllen. Er erwartet von einer neuen Bundesregierung, dass sie die Weichen für Investition und Innovation stellt.

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Journalist

Mario Ohoven

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