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„Das Know-how steckt in der Entwicklungsarbeit.“

Eines der Unternehmen, die zunehmend und konsequenter auf die Digitalisierung setzen, ist Nestlé. Zurzeit wird in vier Werken eine neue technische Lösung getestet, die unter anderem zu einer Optimierung der Produktionsdaten-Analyse führen soll.

„Wir sind in allen unseren Anlagen auf hochmoderne Technologie angewiesen, denn wir müssen wettbewerbsfähig produzieren“, sagt Ralf Hagen, Engineering Manager MES, E&A von Nestlé Deutschland. „Dabei spielt die Digitalisierung eine wesentliche Rolle. Denn sie trägt dazu bei, Kosten zu reduzieren, Effizienz zu steigern, Qualität zu sichern und zu optimieren und etwaige Schwachstellen zu analysieren und entsprechend auszumerzen.“ In den 21 Werken in Deutschland, Benelux und Skandinavien, die Hagen verantwortet, werden zum Beispiel Fleisch- und Wurstwaren, Pizza, Schokolade, Maggi-Produkte, Kaffeespezialitäten und medizinische Ernährung hergestellt. 

Ganz oben auf der Prioritätenliste von Nestlé steht die Analyse der Produktionsdaten der Maschinen im Bestand. „Noch vor wenigen Jahren war die Netzwerk-Infrastruktur komplett anders als wir sie heute mit Blick auf die Smart Factory kennen. Außerdem hat es lange Zeit einen großen Aufwand bedeutet, Produktionsdaten zu analysieren“, so Hagen weiter. In den Neuanlagen sei bereits eine durchgängige Kommunikation gewährleistet: Daten würden in Echtzeit an das ERP-System übergeben. Im Bereich der Bestandsanlagen würden Datenaufzeichnungen allerdings immer noch vielfach von Hand erfolgen und es gebe einige Kommunikationsschnittstellen, die teilweise noch nicht für die aktuellen Anforderungen ausgelegt seien. Daher arbeitet Nestlé jetzt daran, diese Anlagen nach Industrie-4.0-Gesichtspunkten zu optimieren und die Gesamtanlageneffektivität zu verbessern. Dafür müssen Produktionsdaten digital und in Echtzeit zur Verfügung stehen und an das ERP-System angebunden werden. Also musste eine neue technische Lösung her: Die Anforderungen an diese: einfache Inbetriebnahme, keine Programmänderung oder Eingriffe in die Maschinen- und Anlagensoftware, Updates mit APP-Store-ähnlicher Technologie, Web-Bedienung und -Visualisierung. „Wir wollten eine Lösung, die dem Apple-Prinzip ‚anschauen, draufdrücken, funktioniert’ ähnelt“, fasst Hagen zusammen. 

„Die menschenleere Fabrik wird es nicht geben.“

Nach den genannten Vorgaben wurde eine Lösung entwickelt, die hardwareseitig auf einem Scalability+ und softwareseitig auf Mapp-Technologie basiert. Diese ermöglicht es Nestlé, zwischen zwei unterschiedlichen Möglichkeiten der Anbindung an Maschinen und Anlagen zu wählen. Die Mapp-Technology bringt eine Reihe von Basisfunktionen bereits mit, die einfach geladen und konfiguriert werden können. Zudem arbeiten die Mapp-Bausteine interaktiv: Sie lassen sich problemlos miteinander verknüpfen und tauschen untereinander Daten aus. Ein weiteres wichtiges Element ist Mapp View. Damit können die Nestlé-Mitarbeiter einfach zu bedienende Visualisierungslösungen selbst erstellen – dank der Einfachheit des Systems ist dafür kein lokales Expertenwissen erforderlich. „Das Know-how steckt in der Entwicklungsarbeit“, lobt Hagen. Die Installationszeit beträgt nur eine Stunde, die Visualisierung setzt auf Webstandards. Dadurch wird eine optimale Anzeige auf allen Ausgabegeräten erreicht. Und via OPC UA sind auch Steuerungen anderer Hersteller einfach in die Visualisierung einbindbar. Ferner ist eine zentrale Softwareverwaltung gegeben und die Kommunikation kann über unterschiedliche Kanäle erfolgen. Auch bei den Protokollen wird auf Standards gesetzt. 

Karrierechancen durch die Digitalisierung

Die neue Lösung ist derzeit in vier Werken als Pilot in der Anwendung. Hagen: „Die Tests laufen gut. Daher sind wir zuversichtlich, dass wir die Lösung zeitnah in vielen weiteren Werken ausrollen können.“ 

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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