ANALYSE: WIRTSCHAFT

DIE ONLINE-PLATTFORM FÜR WIRTSCHAFTSTHEMEN
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VERNETZUNG UND DIGITALISIERUNG TRAGEN EINEN WESENTLICHEN TEIL DAZU BEI, DASS DIE LANDWIRTSCHAFT WEITER DIE ERNÄHRUNG SICHERT – UND DAS UMWELTSCHONEND UND ÖKONOMISCH.

Bits und Bytes in der Landwirtschaft

Optimierung, Produktivität, Umweltbewusstsein. Die Herausforderungen für Landwirte sind vielfältig – und wollen gut geplant sein.

„Die Vernetzung ermöglicht die Kommunikation einzelner Maschinen untereinander.”

Die Planung in der Landwirtschaft umfasst einiges mehr, als nur die Fragen, wann die Tiere gefüttert müssen oder die Ernte eingeholt werden soll. Es geht vielmehr darum, Produktionsmittel wie Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel und Maschinen zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle und im richtigen Umfang einzusetzen. Der effiziente Einsatz dieser Produktionsfaktoren spart Kosten und Zeit und schont die Umwelt.

„Smart Farming“, also intelligentes Landwirtschaften, automatisiert, organisiert und digitalisiert die Vorgänge, die sich vorher im Notizbuch des Landwirtes befanden. Das beschreibt allerdings nicht einmal ansatzweise deren Umfang. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland betreibt Tierhaltung und Ackerbau gleichermaßen. Die Aufgaben sind dementsprechend vielfältig. Moderne Agrar-Onlineplattformen und intelligente Landmaschinen, die „Smart Farming“ heute ermöglichen, helfen dem Landwirt dabei, diese Aufgaben zu bewältigen.

Der Landwirt hat viele kleine Apps, unter anderem für den Gesundheitszustand der verschiedenen Tiere, für die Witterungsbedingungen, die Saat-Organisation oder das Einsatzmanagement seiner Maschinen. Allerdings bergen viele verschiedene Apps das Problem, dass sie nicht miteinander vernetzt sind und nicht auf einen gemeinsamen Datenpool zurückgreifen.

Die Aufgaben in einem landwirtschaftlichen Betrieb hingegen sind in vielen Bereichen voneinander abhängig. Die Milchleistung von Kühen beispielsweise hängt stark von der Futterqualität ab, diese steht wiederum in direkter Verbindung zum optimalen Ernteprozess. Hier ist eine umfassende Plattform, die alle Betriebsbereiche miteinander vernetzt, notwendig. Alle Bereiche des Hofes interagieren dabei miteinander und aktualisieren sich gegenseitig. Zudem werden dem Landwirt passende Anbieter aus Industrie und Beratung vorgeschlagen. Der Landwirt spart nicht nur eine Menge Zeit, sondern kann die Informationen auch von überall abrufen.

Die Vernetzung in der Landwirtschaft ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie sogar die Kommunikation einzelner Maschinen untereinander ermöglicht. Die Branche spricht dann von „Farming 4.0“. In der Getreideernte beispielsweise weiß der Mähdrescher, wann sein Korntank voll sein wird, und ruft automatisch den Traktor mit Überladewagen. Der Traktor kennt das Gelände, alle Maschinenstandorte und sucht sich den besten Weg zum Mähdrescher.

Dabei achtet er auf die Zeit, aber auch auf Bodenschonung. Die übernommene Getreidemenge wird einschließlich Qualitätsdaten sofort an das Silomanagement des landwirtschaftlichen Betriebs gemeldet. In der Zwischenzeit hat der Mähdrescher neue Wetterdaten empfangen: In drei Stunden wird es regnen. Der Mähdrescher ändert seine Strategie und schlägt seinem Fahrer vor, ab sofort mit maximaler Geschwindigkeit statt minimalem Spritverbrauch zu arbeiten. Die neue Strategie wird an alle Beteiligten kommuniziert und das Feld noch vor dem Regen abgeerntet.

Moderne Landwirtschaft ist ohne Informationstechnik kaum noch vorstellbar. Vernetzung und Digitalisierung tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass sie weiter die Ernährung sichert – und das umweltschonend und ökonomisch.