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Ulrich Grillo, Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) PRODUKTION

Auf 3.0 folgt 4.0

Eine Steigerung der Produktivität um bis zu 30 Prozent erwarten Experten durch die Digitalisierung in Fabriken und den Austausch von Daten zwischen Maschinen, Kunden und Zulieferern.

Produktion und Vertrieb sollen durch den steigenden Datenaustausch smarter werden. Diese Entwicklung wird vierte Industrielle Revolution genannt oder kürzer: Industrie 4.0. Sie soll dafür sorgen, dass Produktion und Logistik effizienter und flexibler werden.

Die Einführung der Dampfmaschine, rückblickend der Start der Industriellen Revolution, gilt heute als Industrie 1.0. Industrie 2.0 steht für die Einführung des Fließbandes. Industrie 3.0 für die Programmierung von Maschinen. Allein Europa könnte sie durch datengesteuerte Produktion und Logistik bis 2025 1,25 Billionen Euro zusätzliche industrielle Wertschöpfung erzielen, prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Eine erfolgreiche Digitalisierung werde einen Wachstums- und Modernisierungsschub für die deutsche Wirtschaft auslösen. BDI-Präsident Ulrich Grillo sieht dabei vor allem Chancen für mittelständische Firmen. Jedes dritte Unternehmen setze bereits auf Digitalisierung. Investitionsbereitschaft sei da.

Allerdings würden sich kleinere Unternehmen noch zurückhalten. Es gebe noch Probleme, weil die digitalen Netze zu langsam ausgebaut würden. „Deutschland muss jetzt zum Sprung in die Gigabit- Gesellschaft ansetzen, sonst droht der Industriestandort abgehängt zu werden“, so Grillo. Bei Tempo und Netzabdeckung rangiere Deutschland gerade einmal im Mittelfeld, abgeschlagen hinter führenden Industriestaaten. Zudem erfordere die höhere Innovationsgeschwindigkeit kürzere Abschreibungsmöglichkeiten für Software. Die habe sich in vielen Industriestaaten bewährt und müsse auch in Deutschland kommen.

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Journalist

Christian Litz

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